FschSprAusb Rundkappe @Oostwold, nähe Groningen
Abmarsch mit Privat-KFZ um 0400 im Rheinland. Ankunft nach ca. 400km gegen 0830.
Start des Kurses war um 0900 geplant. Das Airborne-Motto „Hurry up and wait!“
wurde angewendet. Eine Anreise aus der Großraum Nordeutschland wäre angenehmer
gewesen.
Teilnehmer: 3x DEU, 2x USA, 1x ESP, 1x SWE, 1xNLD und 3x LUX.
Alle Teilnehmer hatten einen unterschiedlichen Kenntnisstand. Es waren
Erstspringer dabei, Springer, die vor Jahren das letzte Mal gesprungen
sind, Absetzer und Freifaller. Alle waren vor Ort, um Rundkappen zu
springen. Der vorhandene Schirmtyp MC-1C ist eine steuerbare Rundkappe.
Die Ausbildung war gut strukturiert und wurde sehr ruhig und gewissenhaft
durch einen NLD Major d.R. durchgeführt, der über umfangreiche
Sprungerfahrung verfügt (Rundkappe, Freifall, Tandem-Master).
Ausbildungsabschnitte waren die Technik des Gurtzeuges, sowie das
wiederholte Anlegen des Gurtzeuges zusammen mit einem Buddy der
unterstützt, sowohl als auch korrigiert, das Verhalten im Flugzeug,
Absprungverfahren und Absprunghaltung, Öffnungsvorgang des Schirmes,
Notfallverfahren, Verhalten am Schirm, Steuern des Schirmes, Navigation,
Landefalltraining sowie Verhalten nach der Landung. Dies wurde am ersten
Lehrgangstag alles mehrfach wiederholt. Am Folgetag, nachdem alle
Teilnehmer über die Ausbildung eine Nacht geschlafen hatten, wurden alle
Inhalte nochmals wiederholt.
Der Unterricht erfolgte theoretisch an der Tafel, simuliert ohne Gurtzeug
auf dem Boden, indem immer wieder Absprung und Notfallverfahren drillmäßig
abgefragt wurden, im Gurtzeughänger sowie auf der Landefallmatte.
Die beiden US Jumpmaster führten vor den Sprüngen die JMPI (jummaster
pre-jump inspection) durch. Wir wurden außerdem in das US-Absetzverfahren
eingewiesen.
Der Kurs bestand aus sechs Sprüngen. Die ersten fünf wurden mit dem
NLD-Absetzer gemacht. Nach fünf Sprüngen hatte jeder die Voraussetzung für
die NLD-Automatenlizenz erfüllt. Der sechste Sprung wurde durch einen
US-Jumpmaster abgesetzt. Alle Springer haben daher sowohl die NLD wie auch
die US Springerabzeichen erhalten.
Ein weiterer Inhalt des Kurses bestand aus dem Fallschirmpacken.
Normalerweise wird dies von den Packern, bzw. Riggern gemacht. Gut das es
sie gibt! Fallschirmpacken ist keine triviale Aufgabe und es ist ein
schweisstreibender Knochenjob. Rundkappen zu packen ist aufwendiger und
komplizierter als Flächenfallschirme zu packen.
Alle Springer haben den Kurs Unfallfrei überstanden. Es gab keine Notlagen
in der Luft!
Ich empfehle so einen Kurs jedem Nicht-Springer der wissen möchte, wie es
ist Fallschirm zu springen! Es gibt Männer und Nicht-Springer!
Mit freundlichen Grüßen
Frodo
FschJgBtl 314 2000-2001
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