„Operation Asien 2006“ war ein voller Erfolg!

Kambodscha:

Am Sonntag den 26.02.2006 trafen wir uns mittags am Bangkoker Flughafen zum Eintritt in eine, für uns westlich geprägten Menschen, andere Welt. Kulturell, menschlich und auch militärisch, muss man diese „andere Welt“ im buddhistisch geprägten Südost- Asien erlebt haben, um das wirklich verstehen zu können.
Der gemeinsame Flug von Bangkok nach Phnom Penh verlief planmäßig. Bereits am Flughafen gab ein großes „Hallo“, denn wir wurden von einer großen Delegation unserer Freunde der SF 911 Brigade in Empfang genommen. Das Einchecken im Hotel und ein nationales Abendessen am Mekong folgten.

Am nächsten Tag wurden wir zu einer neuen riesigen DZ gefahren und vom kommandierenden General persönlich empfangen und eingewiesen. Nachdem wir 2 Sprünge aus dem Hubschrauber Mi-17 unter 100en von Zuschauern erlebt hatten, warteten im Camp auf uns auf der Schießbahn schon 2 fertig geladene Maschinengewehre, sowie AK-47 und Pistolen auf uns. Auch der Abseil- Trainings- Turm wieder von uns im Sturm von oben (per Abseilübung) und unten genommen. Über die Fortschritte in Erfahrungen und Fähigkeiten unserer gastgebenden Einheit, die seit unserem 1. Besuch im Jahr 2003 stetig zugenommen haben, waren wir positiv überrascht. In einer feierlichen Verleihungszeremonie wurden uns die kambodschanischen Springerabzeichen in den jeweiligen Stufen Automatik oder Freifall durch den kommandierenden General verliehen. Krönender Abschluss war die wirklich einmalig in Kambodscha zelebrierte Abschlussparty mit Schwein am Spieß, traditionellen Gerichten, Live- Musikband und reichlich Alkohol.

Die Besichtigung der Hauptstadt Phnom Penhs stand am nächsten Tag auf dem Programm, wobei der schillernde Königspalast einerseits und das berüchtigte Gefängnis S-21 und die bedrückenden „Killing- Fields“ anderseits kaum keinen größeren Kontrast aufbieten können. Am Abend flogen wir bereits zurück nach Bangkok um am nächsten Tag bereit für die nächsten Aktionen zu stehen.

Thailand:

Mit einer C-130 der thailändischen Luftwaffe flogen wir am 1. März früh morgens von Bangkok nach Lop Buri um Fallschirmsprungdienst des jährlichen Offiziersanwärter Kurses der Luftwaffe teilzunehmen. Dort angekommen, bekamen wir ein kurzes Briefing durch die erfahrenen und höchst professionellen Absetzer der thailändischen Luftlandeschule der Luftwaffe. Rasch legten wir die Schirme an und sprangen 2x aus der C-130 auf einen der riesigen und landschaftlich sehr schönen Absetzplätzen in Lop Buri. Die Begeisterung des Fallschirmsprungkurs thailändischen Offiziersanwärter, zum Ausdruck gebracht durch ihren unbändigen Nationalstolz und ihrer kräftig gesungenen Fallschirmjäger- Lieder in der fliegenden Maschine, steckte auch den abgebrühtesten unserer Kameraden an. Neben den Absetzern der gastgebenden Einheit hatten wir auch wieder einen Oberstleutnant der thailändischen Grenzpolizei von der Spezialeinheit PARU (hat in Thailand die Aufgaben unserer GSG-9) an Bord, sowie beim 2. Sprung einen Absetzer des taiwanesischen Marine Corps in der Türe, der auch die Kommandos in Mandarin gab. Auch auf Taiwan wird Technik aus den USA verwendet (C-130 Absetz- LFZ und Mc-1 Schirmtechnik). So ersprungen wir authentisch die begehrten Abzeichen mit originalen Urkunden aus Thailand und Taiwan in den jeweiligen Stufen per Aufziehleine oder im Freifall. Nach dem Rückflug am Nachmittag folgte das Bangkok bei Nacht Programm.

Am nächsten Tag machten wir die interessanten Plätze in Bangkok unsicher: Wir besuchten den Wat-Pra-Kheo (Thailands heiligster Tempel), den wunderschönen Königspalast, jagten mit einem schnellen flachen Boot durch die engen Kanäle Ton- Buris und staunten nicht schlecht über den Mut der thailändischen Artisten, die mit den giftigsten Schlangen mühelos spielen wie Haustiere. Eine Schifffahrt auf dem Fluß Chao Praya mit gutem Essen, traditioneller Musik, Tanz-, Muy-Thai- und Schwertkampf- Vorführungen rundeten diesen Tag stilvoll ab.

Am Freitag besichtigten wir morgens das Luftwaffen Museum am Flughafen Don Muang mit eigener Führung. Sehr interessant dabei waren viele alte Flugzeuge, von denen einige die letzten Exemplare ihrer Art sind. Die anschließende Verleihungszeremonie im Air Force Security Center wurde im feierlichen Rahmen von einen 2-Sterne-General der thailändischen Luftwaffe geleitet, der uns die thailändischen Luftwaffen und Polizei Springerabzeichen in Automatik und Freifall Stufe mir Urkunden verlieh, sowie dem taiwanesischen Delegationsleiter (Hauptmann) der gastgebenden Einheit und den Teilnehmern das taiwanesische Springerabzeichen mit Urkunden in Mandarin und Englisch verlieh. Die Verleihungszeremonie wurde gefolgt von genialen Party einer modernen Live- Musikband.

Zusätzlich zum normal geplanten Programm konnten wir am Samstag an einem Tauchtraining einer Spezialeinheit des thailändischen Marine Corps in deren Marine Basis in Sattahip teilnehmen. Die professionellen Tauchausbilder der Einheit zeigten uns die faszinierende Unterwasserwelt des thailändischen Golfs. Im Anschluss daran wurde jedem Teilnehmer eine Urkunde der gastgebenden Einheit ausgehändigt, sowie das taiwanesische Marine- Kommandoabzeichen (in Anerkennung für den bereits absolvierten Sprung und Tauchgang) verliehen. Eine Beachparty mit frischen Meeresfrüchten und genügend Alkohol schlossen die diese Zusatzveranstaltung gemütlich ab. Auf dem Rückweg nach Bangkok kamen wir nicht drum herum einen 20minütigen Ritt auf Elefanten zu absolvieren.

Nachdem ein Grossteil der Teilnehmer am Sonntag früh morgens abreiste, besuchten wir mit 2 später abreisenden Kameraden die frühere Hauptstadt Thailands Ayutthaya. Ayutthaya wurde vor ca. 200 Jahren von den Burmesen zerstört wurde und dessen Ruinen beeindrucken einen auch heute noch durch ihre besondere Ausstrahlung. Am Nachmittag wurde, durch die Abreise der letzten Kameraden, die Veranstaltung „Operation Asien 2006“ endgültig beendet.

Alle Kameraden waren begeistert von der Kultur, der Landschaften, der Gastfreundschaft der Nationen und der Professionalität unsere gastgebenden Einheiten. Wir sehen uns wieder, nächstes Jahr in Asien!

Glück ab!



Stefan Eicker

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